EC-Karte Girocard als Bezahlsystem an der Ladesäule

EC-Karte: Girocard als Bezahlsystem an der Ladesäule

Alle reden vom Elektroauto, wie toll sie sind, kein CO2 Ausstoß, die Beschleunigung ist unfassbar, der Akku reicht mittlerweile auch für längere Strecken. Die Argumente für ein E-Auto sind breit gefächert, die Probleme ebenso. Lange Ladezeiten, Zusatzkosten für eine Wallbox in der Garage, Weniger Reichweite im Winter. Doch alle Gründe für oder gegen ein Elektrofahrzeug egal ob von der Technik her oder in Bezug auf Preise und Wartungskosten sind für den normalen interessierten Verbraucher und vielleicht zukünftigen Führer eines Elektrofahrzeuges nichts im Vergleich zum Ladekarten Salat.

Wo ist die Tankklappe?

Beim Kauf eines Fahrzeuges mit Verbrenner Motor denkt niemand mehr daran, was ist an der Tankstelle. Maximal schaut man kurz wo sich die Tankklappe befindet. Sonst muss man sich ja umgewöhnen und zukünftig von der anderen Seite an die Zapfsäule fahren. Aber das hat noch niemanden vom Kauf eines Fahrzeuge wo die Tankklappe auf der anderen Seite ist abgehalten.

Die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen

Das Thema Ladeinfrastruktur ist verwandt mit dem Thema der Bezahlsysteme, aber im ersten Moment gar nicht so ausschlaggebend. Es gibt fast überall Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, täglich kommen mehr hinzu man kann also durchaus davon ausgehen, dass selbst in ländlichen gebieten Das Netz bald flächendeckend gegeben ist. Auch gibt es bereits Apps und Webseiten die alle zugänglichen Ladepunkte darstellen. Diese kann man teilweise sogar mit in seine Routenplanung übernehmen. Informieren kann man sich zum Thema Ladeinfrastruktur im Beitrag Wissenswertes zur Elektromobilität.

Tesla Supercharger Programm

Richtig kompliziert wird es aber, wenn man sich anschaut wie das öffentliche Laden seines Elektrofahrzeuges bezahlt werden kann. Das erste was man liest, kauf dir einen Tesla, da kannst du europaweit kostenlos und vor allem sehr schnell laden. Die Testla Supercharger waren für einige Zeit nicht kostenlos verfügbar. Weil sich die Baureihen Model S und Model X schlechter verkauften, können diese beiden Modelle wieder kostenlos an den Ladesäulen „getankt“ werden. lediglich Fahrer eines Model 3 müssen weiterhin für das Laden bezahlen, und zwar per kWh.

Bezahlsyteme für E-Auto Fahrer

Aber nicht jeder fährt einen Tesla, hat man einen Kia, Mini, Toyota, Skoda, Mercedes, Volvo, Nissan, Golf, BMW, Peugeot oder sonst ein E-Auto oder Plug-In-Hybrid in der Garage stehen, so kommt man an dem Thema wie bezahle ich das Laden an der öffentlichen Ladesäule nicht vorbei.

Dabei kommt es nicht mal so sehr darauf an, welches Fahrzeug man hat, die Lademöglichkeiten unterscheiden sich gar nicht mehr so dolle. Vielmehr unterscheidet sich das Bezahlen eines Ladevorganges des Stromers deutlich von dem eines Verbrenners. Das ist nicht mal negativ gemeint, er ist halt anders. beim Benziner oder Diesel Fahrzeug erscheint die Meldung „Kraftstoffstand niedrig“ und das eingebaute Navigationssystem bietet gleich eine Routenführung zur nächsten Tankstelle an. Hier wird der Tank befüllt und an der Kasse die EC-Karte vorgezeigt. Fertig ist der Tankvorgang.

Beim Elektrofahrzeug ist das anders. Da hier der Ladevorgang nur in wenigen Fällen per EC-Karte möglich ist, gibt es gleich vier Schlagworte, wenn man nach der Bezahlmöglichkeit an der Elektro-Ladesäule sucht. NFC, RFID, App, QR die fantastischen vier der Elektromobilität. Eine App kennt jeder der ein Smartphone hat, der QR Code ist auch den meisten bekannt. Ein kleines Viereck, dass Informationen beinhaltet. mit dem Handy und einem QR Code Leser kann man so die Inhalte anzeigen lassen.

Beides sind schon gängige Lademöglichkeiten. Bei der App meldet man sich mit seinem Smartphone an der Ladesäule an. Beim QR Code werden die Informationen per Handy ausgelesen und in der jeweiligen Anbieter orientierten webbasierten Bezahlung übergeben. Im ersten Moment klingen diese beiden Möglichkeiten gar nicht so kompliziert. Eine App kann man sich auch von unterwegs laden, einen QR Code Scanner muss man nur einmal installieren und kann ihn dann immer nutzen.

Das Bezahlen der Elektroladung an der E-Säule per RFID-Chip soll den Zugang zur Elektromobilität erleichtern. Aber genau das ist der Punkt, zu beginn des Interesses an einem Elektrofahrzeug ist man hier absolut überfordert. Wo bekomme ich eine Ladekarte her, welcher Anbieter ist für welche Ladesäule freigegeben, welcher Tarif ist an welcher Säule für mich attraktiv.

Die Informationen zu den Zahlungsmöglichkeiten an der Elektrosäule erschlagen einen. Da gibt es die Roaming-Plattform e-clearing.net, die Plattform „intercharge“ mit ihrem „everywhere“ Logo die an unterschiedlichen Ladepunkten unterschiedliche Tarif anbieten. Als Elektroauto-Fahrer muss ich also mit jedem Betreiber, bei dem ich tanken will, einen Vertrag schließen. Dazu bekommt eine Chipkarte oder eine App zur Autorisierung an der Ladesäule und zur Abrechnung benötigt wird.

Diese Möglichkeit bündelt zum Beispiel das Netzwerk ladenetz.de. Darüber sind dann Einzelverträge nicht mehr nötig. Einfacher macht es das ganze aber auch nicht. Ich habe noch keine flächendeckende Möglichkeit gefunden wie ich mit einem System überall bezahlen kann. Selbst wenn es zu unterschiedlichen preisen wäre. Also überall per Paypal, EC-Karte, App oder sonst wie bezahlen ohne sich an der Ladesäule darüber informieren zu müssen ob man hier überhaupt laden kann, wenn ja womit und zu welchem Preis. Das ganze erinnert einen an den Ticketautomat der deutschen Bahn. Kompliziert, unübersichtlich und in der heutigen zeit eigentlich überholt.

Kein Elektroauto wegen der mangelhaften Ladeinfrastruktur und der unübersichtlichen Bezahlmöglichkeiten?

Der Anschaffung eines E-Autos wegen des noch geringen Netzes an Ladesäulen und den unterschiedlichen Tarifen, teils hohen Gebühren an der Ladesäule entgegen zu stehen wäre übertrieben. man kann sich durchaus einlesen, Gruppen bei Facebook nutzen, auch die Autohäuser bieten oft Informationen an. Man kann also sagen, der Umstieg auf die Elektromobilität erfordert aktuell etwas Planung bei der Reichweite des Akkus und das Befassen mit der Bezahlsituation an der Ladesäule.

Und genau das dürfte eigentlich nicht sein. Die meisten werden sich zutrauen diese Hürden zu nehmen und sich umfassend zur Elektromobilität zu informieren. ihnen wird der Umstieg nur unnötig erschwert. Eine deutliche Anzahl an Autofahrern scheuen aus den oben genannten Gründen aktuell den Wechsel vom Benziner zum Elektroauto.

Die wenigsten wollen sich beim Autofahren mit dem Thema beschäftigen wie ich später an der Elektrotankstelle bezahlen muss. Dieser Punkt ist so in uns drin, Tanken, bezahlen und weiter fahren, dass es sicher noch lange dauern wird, hier ein anderes Bewusstsein zu schaffen.

Erleichtern würde allen das elektrische Fahren wenn das Bezahlen vom Strom tanken wie das Bezahlen vom Benzin oder Diesel tanken erfolgen würde und zwar überall und zu vergleichbaren Tarifinformatioenn wie an der Tankstelle. Entweder man zahlt pro Ladung oder pro Kw/h.

Wenn an Ende des Tages dann die Bezahlung wie in der LSV Ladesäulenverordnung an die üblichen Bezahlmethoden gekoppelt wäre, würde der erste Schritt in den unkomplizierten Zugang zur Elektromobilität erfolgt sein. Für mich bedeutet dies aber, das bezahlen per EC-Karte an allen öffentlichen Ladesäulen und nichts anderes. Nicht entweder Karte oder App, oder Ladekarte oder SMS oder was auch immer. Wir sind gewohnt mit der EC Karte überall zu bezahlen, dann bitteschön auch an der Ladesäule.

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